St. Martin

Teile Dein Licht!

Teile wie Sankt Martin

Hier findet Ihr einige Angebote, um ein schönes Martinsfest zu feiern.

Ein Martins-Abzeichen für alle

Eine Vorlesegeschichte

Heute erzähle ich euch, wie wir Kinder aus dem Katthult-Kindergarten alle ein bisschen Sankt Martin wurden. Das kam so: Im Kindergarten wollten wir unsere Laternen für den Martinsumzug am Abend fertigbasteln. Wir, das sind die Kinder aus der Hotzenplotz-Gruppe. Frau Fröhlich hatte schon Transparentpapier und die von uns bemalten Milchtüten für die Laternen bereitgestellt. Beim Basteln wollte sie uns die Geschichte von Sankt Martin erzählen. Doch dazu kam es nicht ...

Ich heiße übrigens auch Martin. Aber nicht nach Sankt Martin, der durch den Schnee geritten ist und mit dem armen Mann seinen Mantel geteilt hat. Sondern nach Mamas Großvater Martin. Der war zwar kein Heiliger, aber richtig lustig, sagt Mama. „Das passt!“, sagt Leon immer. Leon ist mein bester Freund und geht auch in die Hotzenplotz-Gruppe. Aber heute war er immer noch nicht aufgetaucht. Ich wollte gerade Frau Fröhlich fragen, was los ist, als er an der Hand von seinem Papa zur Tür hereinkam. Ich habe sofort gesehen, dass etwas nicht stimmte.

Leon hatte ganz verquollene Augen und schniefte leise vor sich hin. Ich glaube, er hatte geweint. Da sind wir anderen auch alle ganz traurig geworden. Es hat etwas gedauert, bis wir verstanden hatten, warum Leon so traurig war: Das war wegen Flocke. Flocke ist Leons Hund. Auf dem Weg zum Kindergarten hatte ein Müllauto gehupt. Flocke hatte einen Riesenschreck bekommen und war so plötzlich losgedüst, dass Leon die Leine aus der Hand gerutscht war.

Leon und sein Vater hatten schon überall gesucht, aber Flocke war weg. Dabei weicht er eigentlich nie von Leons Seite. Flocke ist mittelgroß, hat graues, struppiges Fell und nur auf der Stirn einen kleinen weißen Fleck. Der sieht aus wie eine Schneeflocke. Daher der Name.

Wir waren alle ganz aufgeregt und haben zusammen überlegt, was wir tun können. Das war nicht schwer: Wir starteten umgehend die Mission „Flocke finden!“

Frau Fröhlich sagte nur schnell unserer Nachbargruppe, der Pumuckl-Gruppe, Bescheid und die ganze Hotzenplotz-Gruppe zog zusammen mit Frau Fröhlich und Leons Papa los. „Flocke! Flocke, hier!“, riefen wir immer wieder. Aber Flocke kam nicht. Wir fragten auch alle Leute, die wir unterwegs trafen, ob sie Flocke gesehen hätten. Aber niemand konnte uns helfen. „Wir müssen jetzt leider zum Kindergarten zurückgehen“, sagte Frau Fröhlich traurig. „Eure Eltern kommen gleich, um euch abzuholen.“

Leon sagte gar nichts. Er ließ die Schultern hängen und sah ganz verloren aus. Doch gerade, als wir die Brücke am kleinen Bach überquerten, hörten wir es: „Wuff , wuff!“, bellte es aus einem Strauch. Und wirklich: Unter den Ästen saß Flocke, tropfnass, aber unverletzt und quietschfidel. Der Arme musste wohl in den Bach gefallen sein. Zum Glück hatte er es alleine wieder herausgeschafft. Aber zu uns laufen konnte er nicht: Flocke hatte sich mit seiner Leine kreuz und quer im Strauch verheddert. Überglücklich befreite Leon seinen nassen Hund und wir brachten ihn schnell in den Kindergarten. Wir waren alle so froh! Jeder wollte Flocke streicheln.

Ronja hat dann mit der Schere ein ordentliches Stück von unserer großen Tischdecke abgeschnitten und Flocke darin eingewickelt und trockengerubbelt. Die Decke war rot, genau wie Sankt Martins Mantel – allerdings mit weißen Blümchen. „Geteilte Tischdecke, statt geteilter Mantel – das passt!“, flüsterte Leon mir zu und drückte den geblümten Flocke an sich.

„Das mit der Tischdecke gibt sicher Ärger“, dachten wir anderen. Aber dann hat Frau Fröhlich etwas Seltsames getan. Sie hat die Schere genommen und den Rest der Tischdecke auch noch zerschnitten – in viele kleine Streifen. „Ihr habt zusammengehalten und einander geholfen – genau so, wie es auch Sankt Martin getan hätte“, sagte sie. „Dafür verleihe ich euch feierlich das Martins-Abzeichen.“ Und dann hat Frau Fröhlich ein Päckchen Sicherheitsnadeln aus der Schublade geholt und jedem von uns einen Streifen von der Tischdecke angesteckt. Mit den weißen Blümchen sahen unsere Martins-Abzeichen zwar nicht ganz aus wie ein Stück von Sankt Martins Mantel, aber wir fanden sie trotzdem klasse.

Schade war nur, dass wir nun keine Laternen für den Martinszug am Abend hatten. „Vielleicht habt ihr ja noch eure Laternen aus dem letzten Jahr?“, fragte Frau Fröhlich. Genau in diesem Moment ging die Tür auf und – stellt euch vor! Die Pumuckl-Kinder hatten eine Überraschung für uns: Sie hatten nicht nur ihre, sondern auch unsere Laternen fertig gebastelt!

Es war zum Glück noch genug Tischdecke da, sodass die Pumuckl-Kinder für ihre Bastelaktion auch noch Martins-Abzeichen bekommen haben. „Ich bin mächtig stolz auf euch alle“, sagte Frau Fröhlich. „Ihr habt einander so toll geholfen und wart füreinander da. Heute wart ihr alle ein bisschen Martin.“ Und damit meinte sie natürlich nicht mich oder Mamas lustigen Großvater Martin, sondern den heiligen Martin, der durch den Schnee geritten ist und seinen Mantel mit dem armen Mann geteilt hat. Und da waren wir alle richtig stolz.

 

Text: Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’, Stefanie Wilhelm


Wenn am Himmel Sterne funkeln 

 Ein Martinslied für Kinder im Grund- und Vorschulalter

Zum Anhören einfach den Titel anklicken, hier findet sich noch das Liedblatt zum Mitsingen. 


Suchbild: Martinszug

Tim, Laura, Alexander und Mio freuen sich auf den Martinszug, für den sie extra schöne Laternen gebastelt haben. Doch die beiden Bilder sind nicht genau gleich. Es haben sich zehn Unterschiede eingeschlichen. Findest du sie?