Fragen und Antworten

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht von Antworten auf aktuelle Fragen zum Projekt „Eine neue Orgel für Uelzen”. Damit sollen die bereits auf der Internetseite der Kirchengemeinde Zum göttlicher Erlöser befindlichen aktuellen Informationen zur neuen Orgel, insbesondere die ausführlichen Texte “Die Orgel - Das Instrument der Kirche I bis III“, ergänzt werden.

Die FAQ-Liste ist bewusst kurzgefasst. Sie wird ggf. laufend mit aktuellen Informationen vervollständig.

Dies kann aber nicht den persönlichen Austausch in Frage und Antwort ersetzen. Dafür stehen Thomas Borgelt für den Orgelbauausschuss und die Organisten Josef Barisch und Christoph Strieder und der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes Dr. Andreas Hebestreit zur Verfügung.

Warum ist eine neue Orgel in Uelzen erforderlich?

Die in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gebraucht erworbene Kemper-Orgel aus der Nachkriegszeit kann unter angemessenem Kostenaufwand nicht mehr erhalten werden. Zahlreiche technische Mängel und Schimmelbefall setzen dem Instrument zu und beeinträchtigen zunehmend dessen Spielbarkeit. Auch ist eine Begleitung des Kirchenchores problematisch, da die Orgel keinen flexiblen Klang besitzt.

Folglich wurde bereits im Sommer 2018 vom damaligen Pfarrer Pater Piotr ein Orgelbauausschuss ins Leben gerufen, dessen Aufgabe ist es, dem Kirchenvorstand einen Vorschlag für einen Orgelneubau zu unterbreiten.

Kann die alte Orgel nicht repariert werden?

Für die Reparatur der Orgel liegt der Kirchengemeinde ein Kostenvoranschlag aus November 2017 über 99.100,00 Euro vor. Alle befragten Fachleute raten jedoch von einer Reparatur ab. Sie wäre weder wirtschaftlich angemessen, noch würde dadurch eine Orgel entstehen, die in ihrer gesamten Substanz verbessert würde und damit heutigen Ansprüchen genügt. Es würde eine alte, mehrfach reparierte, um und gebrauchte Orgel bleiben, bei der keiner sagen kann, wann die nächste teure Reparatur ansteht. Anders als die Kirche in Uelzen selbst besitzt die Orgel keine Denkmaleigenschaft und darf daher entfernt werden.

Was kostet die neue Orgel?

Das Angebot der Firma Werkstätte für Orgelbau Mühleisen GmbH beläuft sich auf 585.914 €. Die Firma Mühleisen hat das preiswerteste Angebot erstellt - hier bekommt die Gemeinde viel Orgel in guter Qualität zu einem guten Preis. Die Angebote der anderen Orgelbauer waren etwas bis deutlich teurer.

Kommen noch weitere Kosten hinzu?

Hinzu kommen noch die Kosten für die Überprüfung der Statik und der Renovierung der Orgelempore sowie der Elektrik. Die bisherige Orgel ist auch an der Brüstung des Orgelbodens befestigt. Hier steht sowieso an, sie denkmalverträglich zu erhöhen. Hierzu gibt es eine Zusage des Bistums durch den Diözesan- und Dombaumeister, sich angemessen an den Kosten bezüglich der Ertüchtigung der Orgelempore zu beteiligen.

Welcher Orgelbauer wurde ausgewählt?

Ausgewählt wurde die Firma Werkstätte für Orgelbau Mühleisen GmbH aus Leonberg bei Stuttgart. Dieser Entscheidung war ein längerer Prozess seit 2018 vorangegangen, bei dem der Orgelbauausschuss und Dekanatskirchenmusiker Klaus-Hermann Anschütz zahl- und umfangreiche Planungsgespräche mit verschiedenen Orgelbauern und Orgelbesichtigungsfahrten zu diversen Standorten stattgefunden haben. Zu den letzten beiden Orgelfahrten nach Garbsen und Bad Oldesloe waren auch alle Gemeindemitglieder eingeladen.

Was kann die neue Orgel?

Die geplante Disposition der neuen Orgel im französisch-romantischen Stil ist mit 33 Registern auf 2 Manualen und Pedal geplant. Genauer gesagt: Grand Orgue (Hauptwerk), Recit Expressif (Schwellwerk) und Pedal. 7 der 33 Register sind Transmissionen oder Extensionen, also besitzt sie eigentlich nur 26 klingende Register. Ergänzt wird die Disposition durch zahlreiche Normal- und Querkoppeln, einen Zimbelstern, eine Setzeranlage und andere Spielhilfen. Die Tontraktur ist mechanisch mit zwei zusätzlichen elektrischen Pfeifenreihen. Die Registertraktur und die Setzeranlage ist elektrisch ausgeführt.

Ist der Orgelboden statisch geeignet für die neue Orgel?

Der Orgelboden wird von der diözesanen Bau- und Denkmalbehörde in Hildesheim eingehend auf seine statischen Anforderungen geprüft. Eine Voranfrage wurde bereits gestellt und entsprechende Gespräche fanden im Februar 2022 statt, die Ergebnisse werden erwartet.

Ist nach dem Orgelbau noch Geld für andere erforderliche Maßnahmen vorhanden?

Andere erforderliche Baumaßnahmen, auch in den anderen Kirchorten der Gemeinde, sind durch den Neubau der Orgel nicht gefährdet, da nur ein Teil der vorhandenen Rücklagen eingesetzt wird, der Restbetrag soll durch Spenden eingeworben werden.

Welche Bedeutung hat die Orgel für den Gottesdienst?

Das II. Vatikanische Konzil bestimmt, dass die Musik „notwendiger und integrierender Bestandteil“ jeder Liturgie ist und sagt speziell zur Orgel: „Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“

Kann nicht eine gebrauchte Orgel eingebaut werden?

Die intensive Suche nach einer gebrauchten Orgel war erfolglos. Der Orgelbauausschuss hat nach zahlreichen gebrauchten Orgeln Ausschau gehalten, aber keine war passend oder könnte nur mit hohem baulichem Aufwand an die besonderen Gegebenheiten des Orgelbodens angepasst werden.

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass sich die Umsetzung einer gebrauchten Orgel auf einen neuen Standort nur dann lohnt, wenn die Orgel „eins zu eins“ umgesetzt werden kann. sind größere Umbaumaßnahmen erforderlich ist wegen des hohen Arbeitsaufwandes eine Umsetzung nicht wirtschaftlich.

Ist dieser Preis überteuert?

Die Überprüfung des Angebotes durch Herrn Anschütz als Dekanatskirchenmusiker und Orgelsachverständigen hat ergeben, dass der Preis als angemessen zu bezeichnen ist. Den Kosten steht nach Verwirklichung des Projektes ein unschätzbarer, dauerhafter Wert entgegen.

Zum Vergleich: Die Kosten der Renovierung der historischen Orgel in St. Marien Uelzen hatten im Jahr 2001 einen Betrag von 1,1 Millionen Mark betragen. Aktuell geht man in Lüneburg von Kosten von 2,2 Millionen Euro für die Renovierung der Bach-Böhm-Orgel in St. Johannis aus.

Ist nicht auch eine „kleinere/günstigere“ Orgel möglich?

Die geplante Orgel ist eine Spezialanfertigung wie jede andere Orgel auch, die weitgehend in Handarbeit erstellt wird. Die geplante Orgel für die Erlöserkirche hat 26 eigentliche Register, die durch sog. Extensionen und Transmissionen auf 33 erweitert werden - dafür wird auf ein drittes Manual verzichtet. Sie ist also als mittelgroßes Instrument zu bezeichnen. Damit würde dieses Instrument allen Erfordernissen des Gottesdienstes gerecht - und natürlich kann man darauf auch einmal ein Konzert spielen. Aber eine ausgesprochene Konzertorgel ist dies nicht. Diese haben 50 und mehr Register auf mindestens 3 Manualen und Pedal wie die Orgel in der St. Marienkirche Uelzen. Eine Orgel mit deutlich weniger Registern als geplant ist keine sinnvolle Lösung. Die Liturgie und die Messen und der Gemeindegesang sollen mit vielfältigen und farbenreichen Klängen und einer großen dynamischen Bandbreite adäquat mit Orgelmusik gestaltet werden können. Zur guten kirchlichen Infrastruktur in Uelzen gehört auch eine gute Orgel. Damit trägt dieses Instrument auch zum Erhalt aller Kirchorte der Kirchengemeinde Zum Göttlichen Erlöser Uelzen bei.

Nach welchen Kriterien wurde der Orgelbauer ausgesucht?

Der Orgelbauer hat eine Orgel zu liefern, die folgende Aufgaben erfüllen soll:

  • die gottesdienstlichen und liturgischen Erfordernisse der Gemeinde voll erfüllen,
  • den Gemeindegesang differenziert unterstützen – von besinnlich bis festlich
  • Kantoren und Vorsänger und auch Schola und Chöre differenziert begleiten
  • den Organisten ein hervorragendes Werkzeug für die Gemeindebegleitung, Improvisation und Literaturspiel an die Hand geben,
  • von der Größe und Anlage her gut in den Kirchenraum passen.
  • auch konzertante Aufgaben übernehmen.

All diese Anforderungen erfüllt die ausgesuchte neue Orgel.

Welchen Wert hat die neue Orgel für die Gemeinde und die Region?

Mit der beabsichtigten französisch ausgerichteten Disposition hätte die Orgel in der Erlöserkirche ein Alleinstellungsmerkmal in der Orgellandschaft der Lüneburger Heide. Damit wäre sie ein sehr schönes Pendant zur vorhandenen spätklassisch ausgerichteten Orgel, z.B. der evangelischen St. Marienkirche in Uelzen.

Wie ist die Finanzierung gesichert?

Die Gemeinde war in den letzten Jahren sparsam, um für größere Investitionen Rücklagen zu bilden und kann die Hälfte der Gesamtkosten aus diesen Rücklagen und einem Liegenschaftsverkauf finanzieren. Hinzu kommt die Gewinnung von Spenden aus der Gemeinde und darüber hinaus werden weitere regionale Förderer und Stiftungen im Kulturbereich angesprochen.

Welche Erfahrungen machte Klaus-Hermann Anschütz mit unserer Kemper-Orgel?

Lassen Sie mich als persönliches Wort vorwegschicken, dass ich als Schüler in den Jahren 1975 bis 1979 Mitglied der Erlöserkirchengemeinde Uelzen war. Ich hatte damals Orgelunterricht bei Hans-Kurt Vollmers, Kantor in der ev.-luth. Petrikirche, und ich konnte feststellen, dass in den evangelischen Kirchen in und um Uelzen gute und angemessene Orgeln waren, während die Kemper-Orgel der Erlöserkirche schon damals als baufällig und minderwertig bezeichnet werden musste.

In den langen Jahren hat die Gemeinde wiederholt bedeutende Summen in die Aufarbeitung der Orgel gesteckt, ohne dass sich an der Problematik der minderwertigen Bausubstanz der Orgel etwas geändert hätte. Eine nochmalige kostenintensive Renovierung der vorhandenen Orgel kann ich als Orgelsachverständiger nicht mehr guten Gewissens empfehlen; ein Orgelneubau ist deshalb unbedingt das Gegebene.