Feuer & Flamme ließ den Funken überspringen

von Ekkehard Hennes

Sechs junge Sängerinnen und drei Instrumentalisten boten etwas, was man so selten zu hören bekommt. Es war einfach hinreißend, mit welchem Schwung hier neue geistliche Musik zu Gehör gebracht wurde.

Eigentlich wollte ich in ein Konzert gehen, das eine liebe Kollegin gab. Zwei Stunden vor dessen Beginn kam aber die Anfrage, ob ich nicht bei der geistlichen Abendmusik mit dem Ensemble „Feuer und Flamme“ unter Leitung von Herrn Klaus-Hermann Anschütz fotografieren könne. Die sollte zur selben Zeit in der katholischen Kirche „Zum Göttlichen Erlöser“ stattfinden. Die Sache war mir doch sehr wichtig und so sagte ich zu. Nun ist die angekündigte Musik doch eher etwas für jüngere Leute und nicht für so ein Fossil, wie mich. Mit einer gehörigen Portion Skepsis geladen, besuchte ich also den Gottesdienst. Das erste, was mich überraschte, war der wirklich gute Besuch.

Kaum hatte das Konzert begonnen, so machte meine zugegebene Skepsis einem großen Wohlwollen, das sich bis zur Begeisterung steigerte, Platz! Sechs junge Sängerinnen und drei Instrumentalisten boten etwas, was man so selten zu hören bekommt. Es war einfach hinreißend, mit welchem Schwung hier neue geistliche Musik zu Gehör gebracht wurde. Meist auf deutsch, gelegentlich englisch, einmal sogar ein Vaterunser in einer afrikanischen Sprache, wurde gesungen und gespielt. Immer Blitz sauber und mit rhythmischer Präzision und Raffinesse klang ein Lied nach dem anderen. Gelegentlich sang das Publikum – erst etwas zögerlich – schnell aber mit Begeisterung mit. Dabei: Es ging nicht anders, man musste mit klatschen. Schließlich schwang die ganze Kirche mit.

Das Schönste dabei war die Freude und Begeisterung, die die jungen Musiker und Musikerinnen ausstrahlten. Man konnte förmlich greifen, wie sehr das, das sie da machten, sie selbst begeisterte. So viel Spaß und Freude habe ich noch selten auf der Bühne gesehen. „Feuer und Flamme“ ergriff wirklich jeden Besucher.

So überrascht es denn auch nicht, dass am Ende stehend Beifall gespendet wurde. Ohne eine Zugabe konnte dann das Ensemble auch nicht entlassen werden.

Das war wirklich ein toller Nachmittag, der nach Wiederholung schreit! Ich habe es keinen Augenblick bereut, dass ich das Konzert der lieben Kollegin habe sausen lassen.